Zum Hauptinhalt springen
Fallback ImageFallback Image

 

Solarthermie

Wärme der Sonne clever nutzen

Solarthermie Wärme der Sonne clever nutzen Du möchtest Sonnenenergie für Warmwasser oder zum Heizen nutzen? Mit einer Solarthermieanlage kannst du einen Teil deines Wärmebedarfs durch die Kraft der Sonne decken.

Was ist Solarthermie?

Solarthermie nutzt die Energie der Sonne zur Wärmeerzeugung. Die gewonnene Wärme kann für die Warmwasserbereitung und je nach Gebäude auch zur Unterstützung der Heizung eingesetzt werden. Ob sich eine Solarthermieanlage für dein Zuhause eignet, hängt unter anderem von Dachfläche, Wärmebedarf und Heizsystem ab.

Wärme aus Sonnenenergie

Solarthermie kurz erklärt

Solarthermie nutzt Sonnenenergie, um Wärme zu erzeugen. Dafür werden Solarkollektoren auf dem Dach oder an einer geeigneten Fläche montiert. Sie erwärmen eine Solarflüssigkeit, die ihre Wärme über einen Wärmetauscher an einen Speicher abgibt. Von dort kann die Wärme im Haus genutzt werden – zum Beispiel für Warmwasser oder zur Unterstützung der Heizung.

Du möchtest mit Sonnenenergie Strom erzeugen? Dann ist eine Photovoltaikanlage die passende Lösung. Solarthermie wird dagegen für die Wärmeerzeugung genutzt.

Die wichtigsten Unterschiede

Solarthermie oder Photovoltaik?

Solarthermie

✔ erzeugt Wärme

✔ unterstützt Warmwasser und je nach Gebäude die Heizung

✔ nutzt Solarkollektoren, Solarflüssigkeit und Speicher

Photovoltaik

✔ erzeugt Strom

✔ versorgt Haushalt, Wärmepumpe, Wallbox oder Stromspeicher

✔ nutzt Solarmodule und je nach Anlage einen Stromspeicher

Darauf kommt es bei Solarthermie an

Ob eine Solarthermieanlage zu deinem Zuhause passt, hängt von mehreren Faktoren ab:

• Wie viel warmes Wasser wird in deinem Haushalt regelmäßig gebraucht?

• Ist dein Dach möglichst schattenfrei und passend ausgerichtet?

• Soll die Anlage nur Warmwasser bereiten oder auch die Heizung unterstützen?

• Passt Solarthermie zu deiner vorhandenen Heizung?

• Sind Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit frühzeitig geprüft?

Solarthermie kann besonders interessant sein, wenn in deinem Haushalt regelmäßig warmes Wasser genutzt wird, zum Beispiel morgens im Bad, nach dem Sport, beim Baden der Kinder oder wenn mehrere Personen täglich duschen. Bei der Heizungsunterstützung kommt es stärker auf Gebäude, Speicher und Heizsystem an.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren

Dach, Ausrichtung und Wärmebedarf prüfen

Wann lohnt sich Solarthermie in Bielefeld?

Eine Solarthermieanlage kann auch in Bielefeld sinnvoll sein. Entscheidend sind weniger einzelne sonnige Tage als vielmehr die passende Dachfläche, die Ausrichtung und ein ausreichend hoher Wärmebedarf.

Günstig sind möglichst unverschattete Dachflächen, besonders mit Ausrichtung nach Süden, Südost oder Südwest. Wichtig sind außerdem Dachneigung, ausreichend Platz für Solarkollektoren und ein passender Speicher. Dächer mit 30 bis 70 Grad Neigung gelten als gut geeignet.

Bei der Heizungsunterstützung kommt es stärker auf Gebäude und Heizsystem an. Vorteilhaft sind Heizsysteme, die mit niedrigeren Temperaturen arbeiten, zum Beispiel eine Fußbodenheizung. Wenn du dein Haus ganzheitlich prüfen lassen möchtest, kann der meinGebäudeCheck der Stadtwerke Bielefeld sinnvoll sein. Dabei werden unter anderem Dach, Gebäudehülle, Heizungsanlage und Photovoltaik betrachtet. Besonders bei Sanierungen oder der Modernisierung bestehender Gebäude lohnt es sich, Dachfläche, Speicher und Heizsystem gemeinsam zu betrachten.

meinGebäudeCheck entdecken

Kollektoren, Solarflüssigkeit und Speicher

Wie funktioniert eine Solarthermieanlage?

Eine Solarthermieanlage besteht aus Solarkollektoren, Solarflüssigkeit, Wärmetauscher, Speicher und Regelung. Die Kollektoren nehmen Sonnenenergie auf und erwärmen die Solarflüssigkeit. Diese transportiert die Wärme zum Speicher, wo sie über einen Wärmetauscher an das Wasser abgegeben wird.

Häufig kommen Flachkollektoren oder Röhrenkollektoren zum Einsatz. Welche Kollektoren und welche Kollektorfläche sinnvoll sind, hängt von Dachfläche, Warmwasserbedarf, Speichergröße und gewünschter Nutzung ab.

Was zur vorhandenen Technik passt

Solarthermie für Warmwasser, Heizung und Wärmepumpe

Eine kleinere Solarthermieanlage wird meist für die Warmwasserbereitung eingesetzt. Größere Anlagen können zusätzlich die Heizung unterstützen – besonders in den Übergangszeiten, wenn das Haus Wärme benötigt und das Heizsystem gut zur Solarwärme passt.

Solarthermie ersetzt die Heizung in der Regel nicht vollständig, sondern unterstützt das vorhandene Heizsystem. Eine solare Heizungsunterstützung ist technisch möglich, sollte aber sorgfältig geplant werden, weil sie sich nicht in jedem Gebäude wirtschaftlich lohnt.

Solarthermie lässt sich mit verschiedenen Heizsystemen kombinieren, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe, einer Pelletheizung oder einer bestehenden Gasheizung. Bei einer Wärmepumpe kommen sowohl Solarthermie als auch Photovoltaik infrage. Welche Lösung sinnvoller ist, hängt von Gebäude, Heizsystem und Energiebedarf ab.

Solarthermie erzeugt Wärme, keinen Strom

Brauche ich für Solarthermie einen Stromtarif?

Für eine Solarthermieanlage selbst brauchst du keinen speziellen Stromtarif, da sie Wärme erzeugt. Strom wird nur in geringem Umfang benötigt, zum Beispiel für Pumpe und Regelung.

Wenn du zusätzlich eine Wärmepumpe, Wallbox, Photovoltaikanlage oder einen Stromspeicher nutzt, lohnt sich ein Blick auf passende Stromtarife der Stadtwerke Bielefeld.

Stromtarife entdecken

Anschaffung, Speicher und Installation

Was kostet Solarthermie?

Die Kosten einer Solarthermieanlage hängen davon ab, wie groß die Anlage ist und wofür sie genutzt werden soll. Eine Anlage nur für Warmwasser ist in der Regel kleiner und günstiger als eine Anlage, die zusätzlich die Heizung unterstützt.

Wichtige Kostenfaktoren sind Kollektorfläche, Art der Kollektoren, Speichergröße, Montage, Installation und die Einbindung in das vorhandene Heizsystem.

Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale für den nachträglichen Einbau in einem Altbau Kosten von etwa 6.000 bis 10.000 Euro für Solarthermie zur Warmwasserbereitung. Für Anlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung werden etwa 9.000 bis 17.000 Euro genannt. Ob sich die Investition wirtschaftlich rechnet, hängt unter anderem von Wärmebedarf, Energiekosten, Fördermitteln, Anlagengröße und Nutzung ab.

Erst informieren, dann verbindlich planen

Gibt es Fördermöglichkeiten für Solarthermie?

Für Solarthermie kannst du unter bestimmten Voraussetzungen Förderungen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, beantragen. Je nach Vorhaben kommen Zuschüsse oder ergänzende Finanzierungsmöglichkeiten infrage. Je nach Maßnahme können Förderprogramme der BAFA oder der KfW infrage kommen. Neben Zuschüssen können unter bestimmten Voraussetzungen auch Kredite für energetische Sanierungen oder Modernisierungsmaßnahmen eine Rolle spielen.

Am besten prüfst du die Fördermöglichkeiten frühzeitig, also bevor du eine Solarthermieanlage verbindlich beauftragst oder die Arbeiten vor Ort beginnen. Bei der Heizungsförderung ist die richtige Reihenfolge wichtig: Lass dir zunächst ein Angebot bzw. einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag vom Fachbetrieb erstellen. Darin sollte eine sogenannte Förderklausel enthalten sein. Sie regelt, dass der Vertrag an die Förderzusage gekoppelt ist. Erst danach stellst du den Förderantrag.

Einen ersten Überblick bietet die Fördermitteldatenbank der Stadtwerke Bielefeld. Dort findest du Fördermöglichkeiten für Neubau, Sanierung oder Modernisierung, zum Beispiel bei Solaranlagen, modernen Heizsystemen oder energetischen Maßnahmen am Gebäude.

Fördermitteldatenbank nutzen

Passt Solarthermie zu deinem Zuhause?

Deine Checkliste

• Hast du eine geeignete Dachfläche mit möglichst wenig Schatten?

• Ist dein Dach nach Süden, Südost oder Südwest ausgerichtet?

• Gibt es genug Platz für Solarkollektoren und Speicher?

• Hast du einen regelmäßigen Warmwasserbedarf?

• Soll Solarthermie nur Warmwasser bereiten oder auch die Heizung unterstützen?

• Passt dein Heizsystem zur Solarthermieanlage – oder wäre Photovoltaik, Wärmepumpe oder eine Kombination sinnvoller?

• Hast du Fördermöglichkeiten vor der Beauftragung geprüft?

Häufige Fragen zu Solarthermie

Ja, Solarthermie kann auch im Winter Wärme liefern. Der Ertrag ist dann aber meist niedriger als im Sommer.

Ist der Speicher bereits aufgeheizt und wird im Haushalt kaum warmes Wasser genutzt, stoppt die Solarthermieanlage in der Regel den Wärmetransport vom Dach zum Speicher. Die Kollektoren können sich dann weiter erhitzen, bis die Anlage wieder abkühlt oder erneut Wärme gebraucht wird. Fachleute sprechen dabei von Stagnation. Deshalb sollte die Anlage zum tatsächlichen Bedarf und zur Speichergröße passen.

Ja, eine regelmäßige Wartung ist sinnvoll. Dabei können zum Beispiel Solarflüssigkeit, Druck, Pumpe, Regelung und Speicher geprüft werden.

Ja, wenn Dachfläche, Speicher, Warmwasserbedarf und Heizsystem passen. Gerade im Altbau sollte sorgfältig geprüft werden, wie sich Solarthermie in die vorhandene Heizung einbinden lässt.