
Energiemanagementsystem für zu Hause
Nutze Solarstrom cleverer und behalte deine Energieflüsse im Blick. Erfahre, wie ein Energiemanagementsystem Geräte vernetzt und den Eigenverbrauch optimiert.
Was ist ein Energiemanagementsystem?
Beim Energiemanagement geht es darum, Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Energie sinnvoll aufeinander abzustimmen. Ein Energiemanagementsystem – kurz EMS – übernimmt dabei die technische Unterstützung und verbindet dafür verschiedene Geräte und Anlagen im Haushalt.
Für den Einsatz zu Hause wird auch der Begriff Home-Energiemanagementsystem (HEMS) verwendet.
Wann lohnt sich ein Energiemanagementsystem?
Ein solches System lohnt sich vor allem dann, wenn du deinen selbst erzeugten Strom besser nutzen oder Geräte mit hohem Strombedarf intelligent steuern möchtest. Drei typische Beispiele:
☀️Eigenen Solarstrom erzeugen
Mit einer Photovoltaikanlage, idealerweise mit Batteriespeicher, kannst du mehr Solarstrom selbst nutzen und deine Stromkosten senken. Ein EMS hilft, den Eigenverbrauch zu erhöhen.
🔥Wärmepumpe oder Wallbox nutzen
Wärmepumpe und Wallbox benötigen vergleichsweise viel Strom und bieten deshalb viel Spielraum für eine intelligente Steuerung. Ein Energiemanagementsystem kann ihren Betrieb gezielt an die eigene Stromerzeugung anpassen.
⏰Verbrauch zeitlich verschieben
Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere geeignete Geräte müssen nicht immer zu einer festen Uhrzeit laufen. Solche flexiblen Verbrauchszeiten bieten zusätzliches Potenzial für ein Energiemanagementsystem.
Wie funktioniert ein Energiemanagementsystem?
1. Das System sammelt Energiedaten
Dafür erfasst der Energiemanager Messwerte vom Stromzähler sowie Daten von der Photovoltaikanlage, dem Batteriespeicher, der Wallbox, der Wärmepumpe und weiteren eingebundenen Geräten und Sensoren.
2. Prognosen helfen bei der Planung
Je nach Funktionsumfang fließen zusätzlich Wetterdaten ein, um die voraussichtliche Solarstromerzeugung zu ermitteln. Dadurch kann das Energiemanagementsystem frühzeitig erkennen, wann besonders viel eigener Solarstrom zur Verfügung stehen wird.
3. Die Energieflüsse werden sichtbar
Du erkennst auf einen Blick, wann Strom erzeugt, verbraucht, gespeichert oder aus dem Netz bezogen wird. Häufig kannst du diese Informationen per App oder über ein Online-Portal abrufen. Das hilft dir, Erzeugung und Verbrauch besser nachzuvollziehen.
4. Geräte werden automatisch gesteuert
Produziert deine Photovoltaikanlage mittags besonders viel Strom, kann dieser zum Beispiel zum Laden des E-Autos genutzt oder im Batteriespeicher zwischengespeichert werden. Bei entsprechender Ausstattung kannst du außerdem Vorgaben festlegen – etwa, dass das Fahrzeug am nächsten Morgen einen bestimmten Ladezustand erreicht haben soll.
Welcher Stromtarif passt zu einem Energiemanagementsystem?
Dynamische Stromtarife nutzen günstige Stunden
Ein dynamischer Stromtarif orientiert sich an den aktuellen Preisen an der Strombörse. Dadurch kann sich der Strompreis im Tagesverlauf verändern. Wer Wärmepumpe, Wallbox oder andere Geräte zeitlich flexibel einsetzt, kann den Strombezug stärker in preisgünstige Stunden verlagern. Ein Energiemanagementsystem kann dabei helfen, passende Zeitfenster automatisch zu nutzen. Für einen dynamischen Stromtarif benötigst du ein intelligentes Messsystem. Dabei handelt es sich um einen digitalen Stromzähler mit einer Kommunikationseinheit, häufig Smart Meter genannt.
Was kostet ein Energiemanagementsystem?
Anschaffungskosten
Laut Verbraucherzentrale kosten Energiemanagementsysteme je nach Anbieter und Funktionsumfang mehrere hundert Euro. Werden Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox und weitere Haushaltsgeräte vernetzt, können schnell mehr als 1.000 Euro entstehen (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/energiemanagementsystem-fuer-zu-hause-mehr-eigenen-strom-selber-nutzen-48095).
Gut zu wissen: Beim Kauf einer Photovoltaikanlage oder eines Batteriespeichers sind Funktionen für das Energiemanagement teilweise bereits integriert oder im Paket enthalten.
Mögliche laufende Kosten
Bei manchen Anbietern kommen monatliche Gebühren hinzu – etwa für eine Cloud, in der Daten online gespeichert und verarbeitet werden.
Wann rechnet sich die Investition?
Entscheidend sind unter anderem dein Stromverbrauch, die Energiekosten, die vorhandene Technik und die zeitliche Flexibilität einzelner Geräte. Das Einsparpotenzial steigt, wenn sich ein größerer Teil des Verbrauchs gezielt in andere Zeiten verlagern lässt.
Wie wird ein Energiemanagementsystem installiert?
Installation durch einen Elektrofachbetrieb
In der Regel übernimmt ein Elektrofachbetrieb den Einbau – zum Beispiel ein Elektroinstallationsbetrieb mit Erfahrung in Photovoltaik und Energiemanagementsystemen. Häufig sind dafür Arbeiten am Zählerschrank nötig. Anschließend wird das System eingerichtet und auf dein Zuhause abgestimmt.
Passen die Geräte technisch zusammen?
Damit alles zusammenspielt, müssen sich die gewünschten Geräte und Anlagen miteinander verbinden und steuern lassen. Darauf solltest du bereits bei der Planung achten, besonders, wenn du das System später erweitern möchtest.
Einstellungen später überprüfen
Prüfe nach einiger Zeit, ob das System wie vorgesehen arbeitet und die Einstellungen zu deinem Alltag passen. Bei Bedarf kannst du Prioritäten oder Zeitvorgaben anpassen.
Wie steht es um den Datenschutz?
Wo werden deine Daten verarbeitet?
Prüfe, ob deine Daten direkt bei dir zu Hause oder online in einer Cloud verarbeitet werden und wo sich die Server befinden. Bei Cloud-Lösungen empfiehlt die Verbraucherzentrale Server in Deutschland oder der EU.
Wie werden die Daten geschützt?
Achte außerdem darauf, welche Sicherheitsmaßnahmen der Anbieter vorsieht und ob regelmäßige Updates bereitgestellt werden.
Checkliste
✓ Welche Geräte und Anlagen sind vorhanden oder geplant?
✓ Welche davon sollen miteinander vernetzt werden?
✓ Lassen sie sich technisch miteinander verbinden?
✓ Sind bereits Funktionen für das Energiemanagement integriert?
✓ Welche Kosten entstehen einmalig und laufend?
✓ Wie werden deine Verbrauchsdaten verarbeitet und gespeichert?
✓ Lässt sich das Energiemanagementsystem später um weitere Geräte erweitern?
✓ Kommt für dich ein dynamischer Stromtarif infrage?
Energiemanagementsystem in Bielefeld planen
Du möchtest herausfinden, welche Energielösungen zu deinem Zuhause passen? Die Stadtwerke Bielefeld beraten dich unter anderem zu Photovoltaik, Stromspeichern und Wärmepumpen. Mit dem meinGebäudeCheck erhältst du außerdem eine erste Einschätzung, wie energieeffizient dein Haus ist und wo Verbesserungen sinnvoll sein können.
Häufige Fragen zum Energiemanagementsystem
Beim Smart Home stehen häufig Komfort und Wohnkomfort im Vordergrund, etwa die Steuerung von Licht oder Rollläden. Ein Energiemanagementsystem konzentriert sich dagegen darauf, Energie im Haushalt möglichst effizient zu nutzen.
Ja. Auch ohne eigene Stromerzeugung kann ein EMS sinnvoll sein – insbesondere, wenn du Strom zeitlich flexibel nutzen kannst, etwa in Verbindung mit einem dynamischen Tarif.
Für bestimmte Energiemanagementsysteme gibt es Fördermöglichkeiten, zum Beispiel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Da sich Programme und Bedingungen ändern können, solltest du vor der Beauftragung prüfen, welche Förderung aktuell für deine geplante Lösung infrage kommt.