
Balkonkraftwerk
Mit einem Balkonkraftwerk erzeugst du eigenen Solarstrom auch ohne große Photovoltaikanlage auf dem Dach. Erfahre, worauf du bei Montage, Anmeldung, Speicher und den Kosten achten solltest.
Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Solaranlage, die auf dem Balkon, der Terrasse oder an einer Hauswand installiert werden kann. Sie erzeugt Strom aus Sonnenenergie, den du direkt in deinem Haushalt nutzen kannst. So senkst du deinen Strombezug aus dem Netz und kannst einen Teil deiner Energiekosten sparen.
Balkonkraftwerk einfach erklärt
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaikanlage: Solarmodule erzeugen aus Sonnenlicht Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt ihn in Wechselstrom um, damit du den Solarstrom im Haushalt nutzen kannst. Denn Haushaltsgeräte brauchen diese Stromart. Über einen geeigneten Anschluss gelangt der Strom ins Hausnetz. Falls mehr Strom produziert wird, als du verbrauchst, fließen die Überschüsse ins öffentliche Netz.
Montage und Standort
1. Standort
Geeignet ist ein sonniger Platz mit wenig Schatten. Eine Südausrichtung bringt oft hohe Erträge, Ost- oder Westausrichtungen liefern eher morgens oder abends Strom.
2. Befestigung
Die Halterung muss zum Einsatzort passen. Dabei kommt es auf Untergrund, Modulgewicht und Windlast an. Das Montagesystem sollte laut Hersteller für deinen Standort geeignet sein.
3. Stromanschluss
Falls eine neue Steckdose nötig ist oder die Elektroinstallation älter ist, sollte eine Elektrofachkraft prüfen, ob der Anschluss sicher möglich ist. Das gilt besonders im Altbau. Bei der Montage unterstützen Solarfachbetriebe sowie Elektro-, Dachdecker- oder Metallbaubetriebe.
Balkonkraftwerk in Mietwohnung oder WEG
Auch Mieterinnen und Mieter können ein Balkonkraftwerk nutzen. Wird die Anlage an Balkonbrüstung, Hauswand oder Fassade befestigt, brauchst du meist die Zustimmung der Vermietung oder der Wohnungseigentümergemeinschaft, kurz WEG. Die Erlaubnis darf nicht ohne nachvollziehbaren Grund verweigert werden.
Leistung, Anmeldung und Stromzähler
Erlaubte Leistungsgrenzen einhalten: Der Wechselrichter darf maximal 800 Watt ins Hausnetz einspeisen. Die Solarmodule dürfen zusammen auf bis zu 2.000 Watt ausgelegt sein, weil sie diesen Wert nur unter idealen Bedingungen erreichen.
Balkonkraftwerk registrieren: Dein Balkonkraftwerk trägst du im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR) ein. Eine zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber ist in der Regel nicht nötig. Das gilt, solange die Anlage die erlaubte Leistung einhält – also maximal 800 Watt über den Wechselrichter einspeist.
Möglichen Zählertausch abwarten: Nach der Registrierung wird geprüft, ob dein Stromzähler geeignet ist oder getauscht werden muss. Falls ein Austausch nötig ist, kümmert sich der zuständige Messstellenbetreiber darum, also die Stelle, die für deinen Stromzähler verantwortlich ist.
Balkonkraftwerk mit Speicher
Ein Balkonkraftwerk mit Speicher hält überschüssigen Solarstrom für später bereit. So lässt sich Energie, die mittags entsteht, am Abend nutzen – etwa für Beleuchtung, Router, Fernseher oder kleine Haushaltsgeräte. Mit einem Speicher kannst du also mehr Solarstrom selbst nutzen. Ein Balkonkraftwerk funktioniert aber auch ohne Speicher.
Gut zu wissen: Ein zusätzlicher Batteriespeicher muss im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Für Speicher können außerdem weitere Anforderungen gelten. Kläre deshalb vor dem Kauf, ob Anschluss oder Anmeldung durch eine Elektrofachkraft nötig sind.
Kosten eines Balkonkraftwerks
Die Kosten hängen von den Modulen, dem Wechselrichter, einem möglichen Speicher und dem Montagesystem ab.
Zur Preisorientierung: Ein Steckersolar-Gerät mit zwei Standard-Modulen wird laut Verbraucherzentrale häufig online oder im Baumarkt für etwa 200 bis 300 Euro angeboten. Befestigungsmaterial fehlt dabei jedoch meist; Sets mit Halterung oder Speicher liegen preislich höher.
Qualität und Sicherheit beachten: Achte nicht nur auf den Preis. Wichtig sind Modulleistung, Wechselrichter, sichere Halterung, Garantie sowie verständliche Montage- und Anmeldeinfos. Ein späterer Speicher sollte zum System passen. Prüfe außerdem, ob der Hersteller klar angibt, für welche Montageorte das System geeignet ist. Hilfreich sind unabhängige Produkttests und anerkannte Sicherheitsstandards, zum Beispiel der DGS-Sicherheitsstandard oder die Produktnorm DIN VDE V 0126-95.
Fördermöglichkeiten für Balkonkraftwerke
Förderprogramme ändern sich regelmäßig und sind oft begrenzt. Informiere dich vor dem Kauf, ob in Bielefeld aktuell ein Zuschuss möglich ist und ob der Antrag vorher gestellt werden muss.
Einen ersten Überblick bietet die Fördermitteldatenbank der Stadtwerke Bielefeld.
Stromtarif trotz Balkonkraftwerk
Ein Balkonkraftwerk deckt nur einen Teil deines Strombedarfs. Für den zusätzlichen Strom aus dem Netz bleibt deshalb ein passender Tarif wichtig. Nutzt du Strom flexibel, können dynamische Tarife eine interessante Ergänzung sein. Für meinSmartStrom ist ein intelligentes Messsystem erforderlich – ein digitaler Stromzähler mit Kommunikationseinheit.
Checkliste für dein Balkonkraftwerk
✓ Geeignete Montagefläche vorhanden?
✓ Standort passend ausgerichtet und möglichst wenig verschattet?
✓ Zustimmung von Vermietung oder WEG geklärt?
✓ Verbrauchst du regelmäßig Strom während der Sonnenstunden?
✓ Speicher zum System passend?
✓ Fördermöglichkeiten vor dem Kauf geklärt?
✓ Passen Solarmodule, Wechselrichter, Steckdose und vorhandene Elektrik zusammen?
✓ Passt die Halterung laut Hersteller zum Standort?
✓ Fachliche Unterstützung für Anschluss oder Montage organisiert?
✓ Registrierung im Marktstammdatenregister erledigt?
✓ Stromtarif für den zusätzlichen Strom aus dem Netz passend?
Häufige Fragen zu Balkonkraftwerken
Für viele Haushalte kann sich ein Balkonkraftwerk bereits nach einigen Jahren amortisieren. Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit hängt von Anschaffungskosten, Strompreis und Eigenverbrauch ab.
Ja. Die Registrierung im Marktstammdatenregister ist Pflicht. Eine zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber ist bei Balkonkraftwerken mit maximal 800 Watt Wechselrichterleistung in der Regel nicht nötig.
Grundsätzlich ja. Für die Befestigung am Gebäude brauchst du meist eine Zustimmung. Diese darf aber nicht grundlos verweigert werden.
Nein. Ein Balkonkraftwerk funktioniert auch ohne Speicher. Ein Batteriespeicher kann aber helfen, mehr Solarstrom selbst zu nutzen.