Eine gut instand gehaltene Netzinfrastruktur ist die Grundlage dafür, dass Energie im Alltag zuverlässig ankommt – für alle Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Deshalb verlegen die Stadtwerke Bielefeld im Bereich am Botanischen Garten eine neue Gashochdruckleitung und bringen damit eine zentrale Verbindung im Stadtnetz auf den aktuellen Stand. Damitt wird die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur gesichert und die Versorgungssicherheit im Gebiet Gadderbaum weiter gestärkt.
Die vorhandene Gashochdruckleitung verläuft in einem verfüllten, ehemaligen Fußgängertunnel und ist sanierungsbedürftig. Eine Sanierung ist aufgrund der Verfüllung allerdings ausgeschlossen. „Auch in Zeiten der Energiewende investieren wir gezielt in die Erneuerung bestehender Netzinfrastruktur – es geht nicht um einen Ausbau, sondern um einen sicheren und verlässlichen Betrieb. Bei sanierungsbedürftigen Leitungen erhöht sich das Ausfallrisiko. Um dieses Risiko deutlich zu minimieren und eine sichere Gas-Versorgung zu gewährleisten, ist eine neue Leitung notwendig“, sagt Dr. Nils Neusel-Lange, Geschäftsführer der Bielefelder Netz GmbH.
Neu verlegt wird nun ein rund 570 Meter langer Stahlrohr-Abschnitt in unmittelbarer Nähe zur bisherigen Versorgungsleitung. Die neue Leitung wird mithilfe einer gesteuerten Spülbohrung verlegt – unterhalb der dort verlaufenden Bahn-Gleise und des Ostwestfalendamms. Das HDD-Spülbohrverfahren (Horizontal Directional Drilling) ist eine grabenlose Technik zur unterirdischen Verlegung von Rohren und Kabeln. Dieses Verfahren ermöglicht es, Rohrleitungen unter der Oberfläche zu verlegen, ohne entlang der gesamten Strecke einen Graben herstellen zu müssen.
„Unser Anspruch ist, Bauprojekte so zu planen, dass sie möglichst wenig Beeinträchtigungen erzeugen und Einfluss auf den Verkehr nehmen. Die unterirdische Verlegung ist dafür ein wichtiger Baustein – sie verbindet technische Anforderungen mit einer effizienten Umsetzung“, betont Nils Neusel-Lange. Entsprechend wird der Verkehr durch diese Baumaßnahme, insbesondere auf dem Ostwestfalendamm, nicht beeinflusst.
Die Spülbohrung erfolgt unterhalb der DB-Gleise sowie des Ostwestfalendamms und ist in zwei Bauabschnitte gegliedert. Der erste Bauabschnitt führt von der Mittelinsel der OWD-Auffahrt Johannistal bis auf den Johannisfriedhof. Der zweite Bauabschnitt verläuft vom Bolbrinkersweg bis zur Mittelinsel der OWD-Auffahrt Johannistal. In dieser Woche ist die erste Spülbohrung vom Ostwestfalendamm in Richtung Johannisfriedhof gestartet.
Derzeit bereiten die Stadtwerke die Stahlleitungen vor: Die einzelnen Rohrlängen werden auf dem Johannisfriedhof und auf dem Oetker-Gelände zu einer Gesamtleitung verschweißt. Die für die Bohrung erforderlichen Bohrkurven wurden von einem Ingenieurbüro berechnet und im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens von der Deutschen Bahn freigegeben.
