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| Strom

Promenade: Stadtwerke schließen Erneuerung einer 110.000-Volt-Leitung ab

Rückgrat der Stromversorgung in Bielefeld

Ein weiterer, wichtiger Baustein für das Bielefelder Stromnetz der Zukunft ist nahezu fertiggestellt: An der Promenade nähern sich die Arbeiten an der 110.000-Volt-Leitung ihrem Ende. Die Maßnahmen im öffentlichen Raum sollen bis Ende August abgeschlossen werden. Mit der erneuerten Verbindung zwischen dem Umspannwerk Sparrenberg und dem Umspannwerk Gadderbaum an der Bodelschwinghstraße wird eine zentrale Hochspannungsverbindung auf die zukünftigen Anforderungen vorbereitet.

Die Maßnahme ist Teil des langfristigen Ausbaus und der Erneuerung der Bielefelder Netzinfrastruktur. Mehr Elektromobilität, mehr Wärmepumpen und eine wachsende Zahl von Photovoltaik-Anlagen verändern die Anforderungen an das Stromnetz spürbar. Die Stadtwerke schaffen mit dem erneuerten Kabelsystem zusätzliche Leistungsfähigkeit und erhöhen zugleich die Robustheit der Versorgung.

„Mit dem Abschluss der Arbeiten an der Promenade setzen wir ein deutliches Zeichen für eine verlässliche Energieversorgung in Bielefeld. Das 110-kV-Netz ist das Rückgrat der Stromversorgung. Wer die Energiewende vor Ort ermöglichen will, muss diese Infrastruktur vorausschauend modernisieren und leistungsfähig halten“, sagt Dr. Nils Neusel-Lange, Geschäftsführer der Bielefelder Netz GmbH.

Großteil grabenlos umgesetzt

Der Baustart erfolgte im März 2025 im Bereich der Sparrenburg. Daran schlossen sich weitere Bauabschnitte entlang der rund 3,5 Kilometer langen Trasse bis zur Bodelschwinghstraße an. Der Einzug der 110-kV-Kabel lief im Sommer 2026 innerhalb von rund sechs Wochen. Abschließend folgen nun noch Restarbeiten am Steuerkabelsystem sowie Netzmontagen in den Umspannwerken. Die Inbetriebnahme der neuen Verbindung ist nach derzeitigem Stand für April 2027 vorgesehen.

Ein großer Teil der Trasse wurde grabenlos im sogenannten Horizontalspülbohrverfahren hergestellt. Dabei wird der Leitungsverlauf unterirdisch vorbereitet, ohne die Oberfläche durchgehend zu öffnen. Insgesamt wurden rund 3 Kilometer der Trasse auf diese Weise umgesetzt – ausschließlich im felsigen Untergrund. Nur etwa 480 Meter waren in offener Bauweise erforderlich, unter anderem im Bereich der Wasserbehälter an der Promenade und an der Schönen Aussicht. Damit konnte der Eingriff an der Oberfläche gezielt begrenzt werden. Zeitgleich floss der Verkehr in den betroffenen Bereichen aufgrund der grabenlosen Arbeitsweise weiter.

In das neue Leerrohrsystem wurden drei einzelne Hochspannungsadern eingezogen. Zusammen ergibt sich daraus ein Kabeleinzug von rund 10,5 Kilometern. Ergänzend zum 110-kV-Kabelsystem verlegten die Stadtwerke drei 10.000-Volt-Kabel. Auch diese zusätzlichen Kabel tragen dazu bei, die Versorgungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes weiter zu erhöhen.

Besonderes Augenmerk lag während der gesamten Umsetzung auf einer sorgfältigen Abstimmung mit dem Umfeld. Die Promenade blieb für Fußgängerinnen und Fußgänger nutzbar. Für Veranstaltungen und sensible Zeiträume im Bereich der Sparrenburg und der Promenade wie den Hermannslauf und das Sparrenburg-Fest wurden die Bauabläufe mit den zuständigen Stellen koordiniert. So konnten die Arbeiten mit Rücksicht auf die Nutzung des beliebten Innenstadt- und Naherholungsbereichs umgesetzt werden.

Nächste Modernisierung schon gestartet

Direkt im Anschluss setzen die Stadtwerke wie bereits mitgeteilt die Modernisierung des 110-kV-Netzes im Innenstadtbereich fort. Seit Juli 2026 verlegen die Stadtwerke im Auftrag der Bielefelder Netz GmbH ein neues 110-kV-Kabel zwischen den Umspannwerken Sparrenberg und Zwinger. Diese Verbindung ersetzt ein bestehendes Kabelsystem aus dem Jahr 1982 in annähernd gleicher Trasse und wird ebenfalls für die Anforderungen der kommenden Jahre verstärkt. Auch hier wird überwiegend grabenlos gearbeitet. So kann die neue Kabelverbindung unter der Innenstadt umgesetzt werden, während die Eingriffe an der Oberfläche auf die erforderlichen Punkte wie Bohrgruben begrenzt bleiben.