Ein technisch und organisatorisch anspruchsvolles Großprojekt für die Bielefelder Energieversorgung hat sein entscheidendes Ziel erreicht: Seit der erfolgreichen Schaltung des fünften und letzten Netzbezirks Ende September wird das gesamte Gasnetz der Stadt zuverlässig mit H-Gas versorgt. Alle Umstellungen in den fünf Schaltbezirken verliefen planmäßig und ohne größere Probleme. Das Bielefelder Gasnetz ist wieder vollständig verbunden und befindet sich im regulären Betriebszustand. Lediglich einzelne Gasgeräte werden noch bis zum Jahresende für den Betrieb mit H-Gas angepasst.
Die Erdgasumstellung war notwendig geworden, weil die Verfügbarkeit von L-Gas in den kommenden Jahren deutlich zurückgeht. Die bisherigen Lieferungen aus den Niederlanden sollen spätestens 2029 eingestellt werden. Mit der vollständigen Netzumstellung auf H-Gas ist eine wichtige Voraussetzung für die weitere sichere und zuverlässige Gasversorgung in Bielefeld geschaffen.
„Die Transformation der Energieversorgung stellt auch an die Netzinfrastruktur hohe Anforderungen. Während wir unsere Stromnetze konsequent ausbauen, behalten wir zugleich das Gasnetz und seine sichere Betriebsführung im Blick. Damit stellen wir weiterhin die zuverlässige Energieversorgung für die Bielefelderinnen und Bielefelder sicher“, sagt Dr. Rebecca Reischuk, Geschäftsführerin der Bielefelder Netz.
„Die erfolgreiche Umstellung aller fünf Schaltbezirke ist angesichts der Größe und Komplexität dieses Projekts ein großer gemeinsamer Erfolg. Die umfangreichen Vorbereitungen und das präzise Zusammenspiel aller
Beteiligten haben dazu geführt, dass die Schaltungen sicher und planmäßig umgesetzt werden konnten. Mein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den beauftragten Dienstleistungsunternehmen und allen weiteren Projektpartnern“, sagt Maik Adriano, der bei der Bielefelder Netz die Marktraumumstellung betreut.
Rund 85.000 Gasgeräte waren von der Umstellung betroffen. Das Spektrum reicht von Heizungen, Warmwassergeräten und Gasherden in Privathaushalten bis zu industriellen Anlagen, in denen Gas für Produktionsprozesse benötigt wird. Damit zählt die Marktraumumstellung zu einem der größten Infrastrukturprojekte, das bislang im Bielefelder Gasnetz umgesetzt wurde. Über mehrere Jahre mussten die Geräte im Stadtgebiet zunächst erfasst, technisch geprüft und anschließend für den sicheren Betrieb mit der neuen Gasqualität vorbereitet werden.
Präzise Arbeit im Netz
Für die eigentliche Umstellung war das Stadtgebiet in fünf Schaltbezirke aufgeteilt worden. Zwischen dem 14. April und dem 22. September 2026 wurden diese Gebiete nacheinander auf H-Gas umgestellt und anschließend wieder zu einem gemeinsamen Netz verbunden. Der Ablauf erforderte umfangreiche Messungen, exakt abgestimmte Schaltanweisungen, Kontrollen vor Ort und eine kontinuierliche Überwachung der Armaturen und Gasdruckregelanlagen.
Im regulären Betrieb ist das Bielefelder Gasnetz weitläufig und engmaschig miteinander verbunden. Für die Marktraumumstellung musste es vorübergehend in klar definierte Teilnetze gegliedert werden. Sobald die vorgelagerten Netzbetreiber die jeweilige Gasübernahmestation auf die neue Gasqualität umgestellt hatten, wurde der ursprüngliche Netzzustand schrittweise wiederhergestellt. Die einzelnen Schalthandlungen waren im Vorfeld detailliert geplant und getestet worden und wurden während der Umsetzung durch die Leitstelle kontinuierlich überwacht.
Mitwirkung der Bürger war entscheidend
Ein wesentlicher Anteil am erfolgreichen Verlauf kommt den Bielefelderinnen und Bielefeldern zu. Denn die technische Vorbereitung des Netzes allein reichte nicht aus: Damit die neue Gasqualität sicher genutzt werden kann, mussten die Fachkräfte Zugang zu den Geräten in den Haushalten und Betrieben erhalten. Die gute Erreichbarkeit, die hohe Termintreue und die Bereitschaft, die vereinbarten Vor-Ort-Termine zu ermöglichen, trugen maßgeblich dazu bei, dass die Erhebung und die Geräteanpassungen planmäßig durchgeführt werden konnten.
„Ein Projekt dieser Größenordnung kann nur gelingen, wenn die Menschen vor Ort mitwirken. Die Bielefelder Bürgerinnen und Bürger haben uns während des gesamten Projekts hervorragend unterstützt. Sie haben Termine ermöglicht, unseren Fachkräften Zugang zu den Gasgeräten gewährt und damit einen wichtigen Beitrag zur sicheren Umstellung geleistet. Für dieses Verständnis, die Geduld und die große Kooperationsbereitschaft bedanken wir uns ausdrücklich“, sagt Maik Adriano. Die Erhebungsphase wurde bereits 2025 planmäßig abgeschlossen. Dabei bestätigte sich, dass nahezu alle der untersuchten Gasgeräte grundsätzlich für den Betrieb mit HGas angepasst werden konnten. Der Anteil der nicht anpassbaren Geräte lag erwartungsgemäß im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Letzte Geräte werden weiter angepasst
Mit der erfolgreichen Schaltung des letzten Netzbezirks sind die Arbeiten noch nicht vollständig beendet. Einzelne Gasgeräte können aus technischen Gründen erst nach der Umstellung des jeweiligen Netzgebiets auf H-Gas angepasst werden. Diese Restarbeiten werden bis zum Jahresende fortgeführt. Die betroffenen Kundinnen und Kunden erhalten weiterhin individuelle Informationen zu den erforderlichen Terminen.
Bei der Anpassung werden die Geräte technisch so eingestellt oder umgerüstet, dass sie sicher und effizient mit H-Gas betrieben werden können. Abhängig vom Gerätetyp tauschen die Fachkräfte beispielsweise Düsen aus und passen die Einstellungen des Brenners oder der Regelarmaturen an. Für diese Arbeiten benötigen sie weiterhin Zugang zu den jeweiligen Geräten.
„Die letzte Netzschaltung ist ein zentraler Meilenstein, aber noch nicht der Schlusspunkt aller Arbeiten. Wir führen die noch erforderlichen Geräteanpassungen konsequent fort. Unser Ziel ist es, sämtliche verbleibenden Arbeiten bis zum Jahresende sicher und geordnet abzuschließen“, erklärt
Maik Adriano.
Weitere Information zur Erdgas-Umstellung finden Sie auf der Webseite der Bielefelder Netz GmbH unter: www.bielefelder-netz.de/gasnetz/erdgasumstellung.html.
