Die Stadtwerke Bielefeld Gruppe richtet ihre Planungen an den deutlich veränderten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen aus. Steigende Kosten, unsichere För-derkulissen und enger werdende kommunale Spielräume er-fordern eine realistische Priorisierung. „Unser Aktionsplan Kli-maschutz bleibt fester Bestandteil der strategischen Ausrich-tung. Gleichzeitig müssen wir aber das Wünschenswerte in das Machbare übersetzen“, sagt Geschäftsführer Martin Uek-mann.
Mit der Anpassung der Planung schaffen die Stadtwerke Bielefeld die Grundlage dafür, auch unter anspruchsvollen Bedingungen eine stabile und verlässliche Versorgung für Stadt und Region sicherzustellen. „Wir stehen vor großen In-vestitionen in die Energie‑ und Wärmewende, den Netzaus-bau und die Modernisierung unserer Infrastruktur. Damit wir diese Projekte in Bielefeld realisieren können, stärken wir un-sere Innenfinanzierung. Indem wir Investitionen sorgfältig prü-fen, Projekte priorisieren und effizienter arbeiten, senden wir ein klares Signal: Wir wirtschaften verantwortungsvoll und verfolgen einen belastbaren, langfristigen Finanzierungsweg“, sagt Geschäftsführer Rainer Müller.
Konkrete Maßnahmen eingeleitet
Zur Stärkung ihrer Finanzierungskraft haben die Stadtwerke Bielefeld bereits konkrete Maßnahmen eingeleitet. Neben der Prüfung von Investitionen gehören dazu eine Reduzierung des Personalbedarfs gegenüber der aktuellen Planung um rund zehn Prozent in den kommenden fünf Jahren und die nachhaltige Senkung beeinflussbarer Kosten. Zusätzlich wird in der Unternehmensgruppe verstärkt auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gesetzt, um Prozesse zu vereinfachen, Effizienzen zu heben und Ressourcen gezielter einzusetzen – sowohl in kaufmännischen Bereichen als auch im Netzbetrieb, in der Instandhaltung und im Kundenservice.
Die Bürgerinnen und Bürger in Bielefeld und Umgebung kön-nen sich weiterhin auf ihre Stadtwerke verlassen. „Die Sicher-stellung der Versorgung mit Energie, Wärme, Wasser und stabilen Netzinfrastrukturen bleibt die Grundlage unseres Handelns. Diese Kernaufgaben genießen höchste Priorität“, sagt Rainer Müller. In der Unternehmensgruppe werden zent-rale Infrastrukturprojekte verantwortungsvoll fortgeführt und damit sichergestellt, dass die Versorgungssicherheit dauer-haft gewährleistet ist. Maßnahmen zum Klimaschutz werden langfristig verfolgt – in einer Reihenfolge und Geschwindig-keit, die finanziell tragfähig und technisch machbar ist. „Der Klimaschutz steht nicht zur Diskussion. Aber der Weg dorthin muss wirtschaftlich verantwortbar bleiben“, sagt Rainer Müller.
ÖPNV gerät an wirtschaftliche Grenzen
Besonders im öffentlichen Personennahverkehr zeigt sich der steigende Druck. „Und zwar nicht nur in Bielefeld: In ganz Deutschland beobachten wir Kostenentwicklungen, die deut-lich über den ursprünglichen Erwartungen liegen“, sagt Martin Uekmann. Zusätzliche Ausbauwünsche stoßen bundesweit an wirtschaftliche Grenzen. Die Stadtwerke Bielefeld und ihr Verkehrsunternehmen moBiel konzentrieren sich daher da-rauf, die verlässliche Funktionsfähigkeit des bestehenden Systems zu sichern und auch hier notwendige Investitionen sorgfältig zu bewerten. „Was wir in Sachen Stadtbahn‑ und Busverkehr anbieten und was wir in absehbarer Zeit vorha-ben, kann sich bundesweit sehen lassen“, sagt Martin Uek-mann. „Aber wir müssen ehrlich sein: Die finanziellen Spiel-räume in den Kommunen schrumpfen. Das muss allen klar sein, wenn eine zusätzliche Linie oder ein neuer On‑De-mand‑Bus auf die Tagesordnung eines politischen Gremiums kommt.“
Eine solide Basis
In den vergangenen Jahren hat die Stadtwerke Bielefeld Gruppe zahlreiche Projekte umgesetzt, die maßgeblich zur Stabilität der Versorgung beitragen – etwa im Ausbau erneu-erbarer Energien, der Weiterentwicklung der Fernwärme, der Modernisierung der Netze oder im Fortschritt zentraler Anla-genprojekte. Diese solide Basis ermöglicht es der Gruppe, die anstehenden Herausforderungen geordnet und zielgerichtet anzugehen.
„Wir haben bewiesen, dass wir schwierige Situationen meis-tern können. Und wir tun das auch jetzt – planvoll und fokus-siert in einer starken Unternehmensgruppe“, sagt Martin Uek-mann. „Gerade weil die Stadtwerke Bielefeld Gruppe so viele unterschiedliche Aufgaben vereint, entsteht ihre besondere Stärke erst im Zusammenspiel aller Unternehmensbereiche. Die komplexen Herausforderungen lassen sich nur sektoren-übergreifend und mit gebündelter Kompetenz meistern.“ Je-der Bereich trage dabei einen unverzichtbaren Teil zum Ge-samtauftrag einer sicheren, klimafreundlichen und bezahlbaren Versorgung bei.
