Versorgungssicherheit und Situation auf den Märkten

Fragen und Antworten

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine macht Tag für Tag betroffener. Immer bedrückender werden die Bilder aus den Kriegsgebieten. Gleichzeitig weiß Russland um seine Stellung, was die Belieferung des Westens mit Gas, Öl und Kohle betrifft. Deshalb stellen sich auch unsere Kundinnen und Kunden in diesen Tagen viele Fragen. Ist die Versorgung mit Gas weiter gesichert? Wohin werden sich die Energiepreise entwickeln? Was kann ich selbst tun, um die Lage zu entspannen?

Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kundinnen und Kunden.

Was bedeutet die Ausrufung der Frühwarnstufe im Notfallplan Gas?

Wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck betont, dient diese Entscheidung der Bundesregierung allein der Vorsorge. Die Versorgungssicherheit ist laut Regierung aktuell weiter gewährleistet. Die Frühwarnstufe bedeutet vor allem, dass die Situation genau beobachtet und analysiert wird. Auf dieser Basis werden Maßnahmen vorbereitet, die im Fall einer Mangel-Situation umgesetzt werden können.

Ist die Versorgungssituation gesichert?

Es gibt aktuell keine Anzeichen, dass sich die Versorgungssicherheit verschlechtert. Derzeit ist die Versorgung gesichert.

Woher beziehen die Stadtwerke Bielefeld das Gas?

Gas wird an den Großhandelsmärkten eingekauft. Hier kaufen die Stadtwerke Bielefeld langfristig große Mengen bei einer Vielzahl von Vorlieferanten ein, die vertraglich zugesichert sind. Das Gas gelangt physisch über vorgelagerte Gasnetzbetreiber zum Netzbetreiber vor Ort.

Eine exakte Zuordnung individueller Gaslieferungen zu Herkunftsländern ist auch aufgrund des engmaschigen Gastransportnetzes mit zahlreichen Kopplungspunkten zu den Nachbarländern nur bedingt möglich. Die konkreten Flüsse steuern die Fernleitungsnetzbetreiber. Für Bielefeld ist aufgrund der Ausgestaltung der vorhandenen Leitungsinfrastruktur sowie der verwendeten Gasqualität (L-Gas) davon auszugehen, dass überwiegend aus den Niederlanden importiertes Erdgas an die Letztverbraucher geliefert wird.

Drohen Gaspreis-Erhöhungen?

Energiepreise unterliegen grundsätzlich großen Schwankungen, eine genaue Prognose zur Preisentwicklung ist deshalb nur schwer abzugeben. Durch den Krieg in der Ukraine haben diese Schwankungen beim Gaspreis, aber auch das allgemeine Preisniveau in den vergangenen Wochen noch einmal zugenommen. Vor allem eine Erhöhung ist nicht auszuschließen, wenn es wirklich zu einer Verknappung bei den Erdgas-Lieferungen aus Russland kommen sollte.

Wie wird sich der Strompreis entwickeln?

Auch der Strommarkt ist in Teilen abhängig vom Gasmarkt: Etwa dann, wenn Erdgas selbst als Brennstoff zur Stromerzeugung dient. Insgesamt sind auch die Strompreise weiterhin auf einem hohen Niveau. Wie beim Gas gilt auch hier: Wird weniger Gas geliefert, könnte sich das auch auf die Verbraucherpreise beim Strom auswirken.

Welche Maßnahmen kann ich als Kundin oder Kunde ergreifen?

Gas-Kunden können bereits jetzt ihren monatlichen Abschlag erhöhen – das empfiehlt etwa die Bundesnetzagentur. So können Verbraucher eine wahrscheinlich größere Nachzahlung schon im Vorfeld ein wenig entgegenwirken.

Ein ganz entscheidender Beitrag kann es sein, Energie zu sparen. Hier können vielen kleine Maßnahmen einen großen Effekt erzielen. Dazu zählen geringere Raumtemperaturen in der Wohnung, kürzeres duschen oder statt des Autos häufiger Bus und Bahn zu nutzen.