Mobilitätslinie: moBiel und Amt für Verkehr optimieren Planung entlang der L756

So könnte der Straßenquerschnitt mit Zweirichtungsradweg zwischen Friedhofstraße und Spiegelsberger Weg, Feuerbachweg und Buschkampkreuzung und Eikelmannkreuzung und Sennestadtring aussehen. Die Blickrichtung der Grafik ist stadtauswärts.

17.12.2021 | 10:40

geschrieben von  Hans-Heinrich Sellmann

Die Mobilitätslinie soll in Zukunft von der heutigen Endstation Senne bis in den Sennestädter Norden fahren. Die erste Planung, wie die Stadtbahn entlang der L756 fahren soll, haben moBiel und das Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld optimiert. Herausgekommen sind eine verbesserte Radverkehrsführung und weniger betroffene Privatgrundstücke.

Das ist möglich, weil Planungsparameter neu definiert und abgewogen wurden. Léa Gauthier, bei moBiel für das Projekt Mobilitätslinie verantwortlich, betont: „In dieser Abwägung spielen das Radverkehrskonzept der Stadt Bielefeld sowie die Minimierung der Eingriffe eine genauso große Rolle wie die Interessen und Belange des Straßenbaulastträgers Straßen.NRW.“ Die Stadt Bielefeld und moBiel sehen durch die nun vorgelegte optimierte Planung nun große Chancen auf eine erfolgreiche Planfeststellung.

Auswirkungen auf den Radverkehr
Bisher war eine Führung des Radverkehrs mit Radfahrstreifen auf Fahrbahnniveau neben dem 70 Stundenkilometer fahrenden Kfz-Verkehr vorgesehen. Diese Führung wurde aufgrund ihrer zu geringen Breite sowie Abstandes zur Kfz-Fahrspur und wegen Sicherheitsbedenken bemängelt.
Um den hohen Qualitätsstandards einer Hauptradroute der Kategorie 1 gemäß dem Radverkehrskonzept der Stadt Bielefeld und der politisch beschlossenen regionalen Veloroute nach Schloß Holte-Stukenbrock gerecht zu werden, wird nun ein mindestens 3,50 Meter breiter Zweirichtungsradweg auf nördlicher Seite geplant. Bei Engstellen soll eine Ausnahme gelten: Ein mindestens 3 Meter breiter kombinierter Geh- und Radweg auf nördlicher Seite, um Eingriffe in Grundstücke so weit wie möglich zu verringern. Auf südlicher Seite ist ebenfalls ein mindestens 2,50 Meter breiter kombinierter Geh- und Radweg geplant. Alle Radverkehrsanlagen sollen in beiden Richtungen befahrbar sein, um größere Umwege für die Radfahrerinnen und Radfahrer zu vermeiden.

Neue Fahrbahnbreite
Da die L756 aktuell als offizielle Umleitungsstrecke für die Autobahn ausgewiesen ist, wurde bisher nach Vorgaben von Straßen.NRW mit einer Fahrbahnbreite von 8,50 Meter geplant. Müsste künftig die Straße saniert oder andere Arbeiten durchgeführt werden, wäre diese Breite notwendig, um den Verkehr an der Baustelle vorbeiführen zu können. Nach neuen Planungen würde die L756 dann voll gesperrt und es müsste eine andere Umleitung ausgewiesen werden. Seit März 2021 sind die Kommunen dafür zuständig. Das Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld prüft zurzeit, wo eine solche Umleitung temporär möglich wäre. „Eine Umlegung der Autobahnbedarfsumleitung im Sanierungsfall der L756 bewerten wir als vertretbar und sehen daher nicht den Ausnahmefall einer Sanierung als bemessungsrelevant für den allgemeinen Querschnitt der Landesstraße“, sagt Frank Homann vom Amt für Verkehr. In den Ortslagen Senne und Sennestadt kann die Fahrbahnbreite deshalb nun auf sieben Meter reduziert werden.

Wie schon 2019 kommen moBiel und das Amt für Verkehr nun erneut mit allen Anwohnern ins Gespräch, die nach der neuen optimierten Planung noch betroffen sind. Interessierte können sich unter www.mobiel.de/mobilitätslinie informieren. Außerdem haben Bürgerinnen und Bürger nach wie vor jederzeit die Möglichkeit, moBiel zu kontaktieren: telefonisch über 0521/ 511222 oder per Mail dialog(at)moBiel.de.