moBiel reagiert auf Fahrtausfälle

13.09.2022 | 13:13

geschrieben von  Sebastian Bauer

Fahrpläne werden ab dem 19. September angepasst

In den vergangenen Wochen musste moBiel erneut eine Vielzahl von Fahrtausfällen verzeichnen. Um diesem Trend entgegen zu wirken und den Fahrgästen wieder verlässliche Verbindungen anbieten zu können, passt das Verkehrsunternehmen deshalb ab dem 19. September auf acht Bus-Linien die Fahrpläne an. Diese Maßnahme hatte bereits zu Beginn des Jahres, als viele Fahrten aufgrund des hohen Krankenstands bei Fahrerinnen und Fahrern ausfallen mussten, zu einem deutlich zuverlässigeren Fahrplan geführt.

„Unseren Fahrgästen bieten wir damit wieder mehr Verlässlichkeit, weil es viel weniger kurzfristige Ausfälle geben wird. Die Kundinnen und Kunden können sich dadurch besser auf ihre Fahrt einstellen. Wichtig war uns bei der Fahrplananpassung, dass keine Verbindung alternativlos gestrichen wird“, sagt moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann.

Neben einem weiterhin hohen Krankenstand ist auch der Fachkräftemangel ein Grund für die zuletzt hohe Anzahl von Fahrtausfällen. „Bielefeld ist hier keine Ausnahme. Die gesamte Branche bekommt die Folgen des Personalmangels zu spüren. In ganz Deutschland fehlen Busfahrerinnen und Busfahrer“, erläutert Martin Uekmann. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) geht aktuell von 5000 fehlenden Fahrerinnen und Fahrern aus. Laut einer Umfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen besteht bei 85 Prozent der deutschen Busunternehmen ein akuter Mangel beim Fahrpersonal. Vor diesem Hintergrund hat moBiel die Personal-Akquise in den vergangenen Monaten noch einmal enorm verstärkt. „Mittlerweile konnten viele neue Fahrerinnen und Fahrer eingestellt werden. Was allerdings noch nicht genügt, um Fahrtausfälle zu vermeiden, wenn der Krankenstand wie zuletzt wieder ansteigt oder Abgänge zu kompensieren sind“, betont Uekmann.

„Trotz großer Fortschritte bei der Personal-Akquise werden wir weiter intensiv nach Fahrerinnen und Fahrern suchen. Neben der aktuellen Situation erfordern die Anforderungen der Mobilitätswende für die kommenden Jahre noch einmal deutlich mehr Personal, um den ÖPNV auch personell für die Zukunft aufzustellen“, erklärt Kai-Uwe Steinbrecher, technischer Leiter bei moBiel und verantwortlich für das Fahrpersonal.

Einen großen Einfluss auf die gestiegene Anzahl von Fahrtausfällen hat zudem die Verkehrssituation. Überall in der Stadt bremsen der zunehmende Autoverkehr und die Baustellendichte die moBiel-Busse aus. „Hier haben wir den direkten Vergleich zu den Corona-Monaten, als aufgrund von Lockdowns und viel mehr Homeoffice-Arbeit deutlich weniger Verkehr auf den Straßen unterwegs war. Mittlerweile ist das Verkehrsaufkommen größer als vor Corona. Das sorgt immer häufiger dafür, dass Busse nicht pünktlich kommen. Fahrpläne sind aufgrund dieses enormen Verkehrsaufkommens, gerade in den Stoßzeiten, oft nicht einzuhalten“, sagt Martin Uekmann.

Steht ein Bus lange im Stau, führt das nicht nur zu Verspätungen, sondern in vielen Fällen auch zu kompletten Fahrtausfällen. „Unserer Fahrerinnen und Fahrer müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen einhalten. So kommt es immer wieder vor, dass Busfahrerinnen und Busfahrer ihre Linienfahrt nicht fortsetzen können, weil sie aufgrund von langen Standzeiten im Stau zunächst die wichtige Pausenzeit nehmen müssen“, erläutert Kai-Uwe Steinbrecher.

Ähnlich unberechenbar bleibt darüber hinaus der Krankenstand bei den Fahrerinnen und Fahrern. Steinbrecher: „Das ist und bleibt eine sehr dynamische Lage. Immer wieder gab es Phasen, in denen die Entwicklung positiv zu sein schien. Dann nahm die Zahl der Krankmeldungen wieder zu.“ Erschwerend hinzu kommt aktuell noch eine erhöhte Anzahl von Personal-Ausfällen bei den Fremdfirmen, die Linien im Auftrag von moBiel fahren.

Betroffene Buslinien

Die Fahrplaneinschränkungen sind auf wenige Buslinien außerhalb der Morgenspitze und auf schwächer nachgefragte Zeiten im Tagesverkehr beschränkt, so dass insgesamt nur relativ wenige Fahrgäste betroffen sind. Alle Anpassungen können Fahrgäste auf www.mobiel.de/Anpassung nachschauen.

Auf den Linien 25 und 26 (Dürerstraße – Jahnplatz – Baumheide/Heepen, Alter Postweg) wird von montags bis freitags der Takt nach der morgendlichen Hauptverkehrszeit zwischen Jahnplatz und Dürerstraße in beide Richtungen reduziert. Von etwa 9 bis 12.30 Uhr fahren die beiden Linien statt im 10-Minuten- im 20-Minuten-Takt. Nachmittags bieten beide Linien wieder einen 10-Minuten-Takt von und bis zur Dürerstraße. Zwischen Radrennbahn und Heepen, Alter Postweg fährt die Linie 26 montags bis samstags nach der Morgenspitze bis etwa 20 Uhr nur noch auf dem stark nachgefragten Abschnitt zwischen der Innenstadt und der Radrennbahn/Ziegelstraße. Auf dem entfallenen, östlichen Abschnitt nach Heepen können alternativ die Linien 350, 351 sowie die Linien 21/22 (über Oldentrup) als Verbindung zur Innenstadt genutzt werden. Der Abend- und Sonntagsverkehr bleibt unverändert.

Die Linie 31 (Universität – Deciusstraße) fährt von montags bis freitags nach der Morgenspitze in beide Fahrtrichtungen statt im 20-Minuten- im 30-Minuten-Takt – so wie es die Fahrgäste hier von dem Samstag-Fahrplan kennen.

Die Linie 121 (Bethel – Brackwede – Quelle) wird von montags bis samstags nach der Morgenspitze bis etwa 20 Uhr auf das stündliche Angebot auf der Gesamtlinie zwischen Bethel und Quelle Fortunastraße verringert. Die bisher verstärkenden Kurzfahrten zwischen Brackwede Kirche und Quelle Hengstweg entfallen in beiden Fahrtrichtungen.

Auf der Linie 122 (Rundverkehr Bethel) fahren die Busse von montags bis freitags nach der Morgenspitze ab etwa 9 Uhr nicht mehr in einem 20-Minuten-Takt, sondern wie am Samstag in einem 30-Minuten-Takt.

Auf der Linie 123 (Rundverkehr Brackwede) wird von montags bis freitags nach der Morgenspitze sowie am Samstag der 20-Minuten- auf einen 30-Minuten-Takt reduziert.

Die Busse auf der Linie 135 (Senne – Württemberger Allee) fahren von montags bis freitags nach der Morgenspitze zwischen etwa 9 und 12 Uhr alle 20 Minuten (bisher alle 10 Minuten) in beide Fahrtrichtungen. Zusätzlich entfällt im 10-Minuten-Takt von montags bis freitags am Nachmittag und samstags ganztägig eine von 6 Fahrten pro Stunde (gilt ebenfalls für beide Richtungen).

Auf der Linie 155 (Schildesche – Nagelsholz) gilt von montags bis freitags nach der Morgenspitze ab etwa 8.30 Uhr ebenfalls ein Fahrtenangebot in Anlehnung an den Samstag-Fahrplan. Der Takt wird in beide Fahrtrichtungen von 20 auf 30 Minuten reduziert. Einsatzwagen zu den Schulzeiten bleiben erhalten.
Keine Veränderungen gibt es in den Stoßzeiten morgens und mittags beim Schüler- und Berufsverkehr, auch die Sonntags- und Abendfahrpläne bleiben bestehen.

Auskünfte über aktuelle Fahrtausfälle

Auskünfte zu aktuellen Fahrtausfällen gibt es auf der Homepage www.mobiel.de/Ausfall. Fahrgäste können sich zudem schnell in der moBiel-YOU-App informieren: Dort werden nur Fahrten aufgelistet, die auch durchgeführt werden. Die Displays in Bussen und Stadtbahnen sowie an den Haltestellen zeigen stets den aktuellen Fahrplan an. Neuere Modelle der dynamischen Anzeigen an den Haltestellen weisen ausfallende Fahrten durch den Hinweis „entfällt“ aus.

An den Ticketautomaten kommt es aktuell vermehrt zu technischen Problemen, sodass einige Anzeiger nicht zur Verfügung stehen. moBiel arbeitet mit Hochdruck an der Lösung des Problems.
„Wir werden unsere Kundinnen und Kunden auf den elektronischen Kanälen durchgehend mit aktuellen Fahrplaninfos versorgen. Für alle Fahrgäste ohne Smartphone oder Computer stehen natürlich unsere Telefon-Hotline oder unsere Kundenzentren zur Verfügung“, sagt Cornelia Christian, Leiterin des moBiel-Kundenmanagements. Telefonisch erreichen Kundinnen und Kunden moBiel unter 0521/514545. Zudem helfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im moBiel Service-Center in der Haltestelle Jahnplatz sowie im Kundenzentrum Jahnplatz Nr. 5 weiter.

Mobilitätsgarantie

moBiel erinnert einmal mehr an den besonderen Service: Wenn sich Bus oder Stadtbahn 20 Minuten oder mehr an der Abfahrtshaltestelle verspäten oder die Fahrt ausfällt, gilt die Mobilitätsgarantie – für Abo-Kunden bereits ab zehn Minuten. moBiel erstattet dann die Kosten für Taxi, Fahrdienst oder Sharing-Angebot. Das Erstattungsformular gibt es im Internet unter www.mobiel.de oder in den Kundenzentren ServiceCenter moBiel und Jahnplatz Nr. 5.