Umbau des Wasserwerks Ummeln fast abgeschlossen; Wiederinbetriebnahme erfolgte Ende Juli

Wasserwerk Ummeln startklar: Birte Moser (Stadtwerke, v.l.), Bernd Niehaus (Stadtwerke), Karl Angel (Dahmen Rohrleitungsbau), Olaf Kulaczewski (Stadtwerke) und Martin Hobl (Planungsbüro GUV). | Foto: Yvonne Liebold
Wasserwerk Ummeln startklar: Birte Moser (Stadtwerke, v.l.), Bernd Niehaus (Stadtwerke), Karl Angel (Dahmen Rohrleitungsbau), Olaf Kulaczewski (Stadtwerke) und Martin Hobl (Planungsbüro GUV). | Foto: Yvonne Liebold

10.08.2017 | 08:00

geschrieben von  Yvonne Liebold

Nach rund einjähriger Bauzeit speist das Wasserwerk Ummeln jetzt wieder in das Bielefelder Trinkwassernetz ein. Vor einer guten Woche konnten die Stadtwerke Bielefeld die Einfahrphase der Anlage abschließen.

Seit Juli 2016 investierten die Stadtwerke Bielefeld rund eine Million Euro in die Sanierung des 49 Jahre alten Wasserwerks am Lindenweg, das Trinkwasser in das Versorgungsgebiet von Ummeln und Brackwede einspeist. Die Sanierung war notwendig geworden, weil die Technik veraltet war.

Nun sind die Arbeiten so weit abgeschlossen, dass die Anlage wieder Trinkwasser an die Kunden liefern kann. „In den letzten Wochen haben wir die neue Wasseraufbereitungsanlage eingefahren“, berichtet Olaf Kulaczewski, Leiter der Wassergewinnung bei den Stadtwerken Bielefeld. „Dabei haben wir Wasser in die Anlage eingefüllt und überprüft, ob die Aufbereitung sicher und zuverlässig funktioniert. Parallel dazu haben wir die zugehörigen technischen Komponenten und die Steuerung eingestellt und für den kommenden Normalbetrieb vorbereitet.“ Nach der Einfahrphase arbeitet die Aufbereitungsanlage jetzt einwandfrei. Sie entfernt Eisen und Mangan zuverlässig aus dem Wasser. Auch alle hygienischen Anforderungen werden sicher erfüllt, so dass das Gesundheitsamt das Wasserwerk für den Normalbetrieb frei gegeben hat. Zum Abschluss der Arbeiten wurde noch die Zaunanlage erneuert. Die Bepflanzung des Außengeländes erfolgt im Herbst. Olaf Kulaczewski freut sich: „Gut, dass die Anlage jetzt wieder am Netz ist – eine wichtige Unterstützung, falls wir in diesem Sommer noch eine längere Trockenperiode mit hohen Temperaturen und einer hohen Trinkwassernachfrage bekommen sollten.“

Die Bauphasen im Überblick
Zuerst baute ein Rohrleitungsbauunternehmen aus Bielefeld die alte Rohr-, Anlagen- und Behältertechnik aus. So wurde im September die alte Filteranlage mit ihren zwei Stahlkesseln entfernt. Als Ersatz installierten die Stadtwerke Bielefeld zwei neuwertige Edelstahlfilterkessel aus dem Wasserwerk Dornberg, das Ende 2014 stillgelegt wurde. Das bisher separate unterirdische Schachtbauwerk des Horizontalfilterbrunnens bekam eine Verbindung zum Betriebsgebäude. Auch ein neues Pultdach wurde errichtet. Zu Jahresanfang folgte die Installation der neuen Gebäude-, Anlagen-, Elektro- und Steuerungstechnik. Im April begannen schließlich der Probebetrieb und die mehrwöchige Einfahrphase der Wasseraufbereitungsanlage, begleitet von umfangreichen Funktionstests der Anlagen- und Steuerungstechnik.

Während der gesamten Bauzeit wurde der Brunnen gedrosselt weiterbetrieben und das Grundwasser vom Brunnen in die Regenwasserkanalisation geleitet.

Trinkwasserförderung im Wasserwerk Ummeln
Das Wasserwerk Ummeln wurde 1968 von den Betriebswerken Brackwede in Betrieb genommen. Im Zuge der Eingemeindung Anfang der 1970er Jahre haben die Stadtwerke Bielefeld das Wasserwerk übernommen. Im Wasserwerk Ummeln erfolgt die Entnahme des Grundwassers über einen Horizontalfilterbrunnen. Dieser besteht aus einem vertikalen Schachtbauwerk, das in 21 Meter Tiefe über acht horizontale Filterstränge verfügt. Die Einzellängen der Filterstränge betragen bis zu 30 Meter. Das Trinkwasser wird nach der Aufbereitung in den anliegenden Trinkwasserbehälter, mit einem Volumen von 2000 Kubikmeter, eingespeist. Über zwei Netzpumpen gelangt es dann in das Ver-sorgungsgebiet. Die jährliche bewilligte Fördermenge liegt bei 610.000 Kubikmetern pro Jahr bzw. 2.400 Kubikmetern pro Tag. Die tatsächliche Fördermenge in 2015 betrug 517.011 Kubikmeter.