Luise (8) bastelt sich eine MVA für’s Kinderzimmer

Luise (8) mit MVA-Geschäftsführer Stefan Pöschel.

25.02.2021 | 16:52

geschrieben von  Sebastian Bauer

Ein ganz besonderes Treffen zweier Experten für Müllverbrennungsanlagen gab es am Donnerstag (25.2.) an der Bielefelder MVA. Geschäftsführer Stefan Pöschel traf sich mit der achtjährigen Luise aus Stieghorst – corona-bedingt allerdings nur vor der Tür. Mit dabei hatte die Drittklässlerin von der Martinschule ein großes Modell der Müllverbrennungsanlage, das sie gebastelt hatte.

Stefan Pöschel ist ganz begeistert von dem Werk der Schülerin: „Luise hatte uns erst ein Foto ihrer Müllverbrennungsanlage geschickt. Das war so toll gearbeitet, so voller gut beobachteter Details. Das wollte ich gern einmal im Original sehen.“ Deshalb lud er Luise und ihren Vater Carsten spontan zu einem Treffen ein. Und schaute sich die 60 Zentimeter breite und 35 Zentimeter hohe Müllverbrennungsanlage, deren Basis aus Verpackungskartons besteht, ganz genau an. Außerdem freute er sich, Luise die echte MVA aus der Nähe zu zeigen, auch wenn dies wegen Corona nur von außen möglich war.

Luise erzählte dem IAE-Geschäftsführer, dass sie mit ihrer Fledermausklasse in den letzten Wochen im Sachunterricht das Thema Müll und Recycling behandelt hat: „Wie eine Müllverbrennungsanlage funktioniert, habe ich mir bei Youtube in einem „Willi will`s wissen“- Film angeschaut und fand es sehr spannend. In der gleichen Schulwoche haben wir im Kunstunterricht die Aufgabe bekommen, ein Kunstwerk aus Verpackungsmüll zu basteln.“

Zusammen mit ihrem Vater hatte sie die Idee, eine Müllverbrennungsanlage zu bauen. Schnell waren ein paar Schachteln gefunden - und los ging’s. „Beim Aufbauen kamen uns dann immer mehr Ideen“, erzählt Luise. „Ich habe – immer mit ein bisschen Hilfe von Papa – Plastikbecher, Eisstäbchen, Papprollen von Toiletten- und Küchenpapier, Alufolie, Sand und ganz viel Anderes benutzt.“ Mithilfe farbiger Ausdrucke bekam das MVAModell anschließend Klinkersteine, Warnschilder, Tore und Fenster. Am meisten Spaß hat der Achtjährigen aber das Bemalen ihrer Müllverbrennungsanlage gemacht: „Ich bastle sehr gerne, aber am allerliebsten male und zeichne ich.“

Rund zwei Wochen haben Luise und ihr Vater jeden Tag an ihrem Modell gearbeitet. Und es ist viel mehr geworden als „bloß“ eine Arbeit für den Kunstunterricht. Die Mini- MVA, von der auch Luises Klassenlehrerin ganz begeistert war, steht jetzt im Kinderzimmer, wo Luise und ihr kleiner Bruder Elias gern und oft mit ihr spielen. „Meine Mama hat uns kleine Modellautos geschenkt, die den Abfall zum Müllbunker bringen. Das sind kleine Spielverpackungen, die sie von ihrer Arbeit mitgebracht hat.“

Für Luise – und wohl auch für Papa Carsten – hatte der Bau der Müllverbrennungsanlage noch einen angenehmen Nebeneffekt: „Wegen Corona kann ich meine Freundinnen nicht mehr sehen und habe auch keinen Sport mehr. Das finde ich traurig. Aber schön war, dass wir uns in der Familie mit dem Basteln die Zeit so gut vertreiben konnten.“