Hochspannung für das Sauerstoffwerk

Im April wurden die armdicken Hochspannungskabel verlegt, über die ab Spätsommer die neue Luftzerlegungsanlage des Sauerstoffwerks mit Strom versorgt wird. Foto: Stefan Kronshage

27.05.2019 | 08:58

geschrieben von  Birgit Jahnke

Stadtwerke Bielefeld errichten neues Umspannwerk

Sie sehen aus wie überdimensionierte, aneinander gekoppelte Wasserrohre, sorgen aber für Hochspannung: Die Stadtwerke Bielefeld haben jetzt die aus drei Bauteilen bestehende Hochspannungs-Schaltanlage in ihrem neuen Umspannwerk an der Friedrich-Hagemann-Straße installiert.

Der Neubau, für den die Stadtwerke 2,4 Millionen Euro investieren, ist notwendig, um die Luftzerlegungsanlage des Sauerstoffwerks Friedrichshafen, die im Spätsommer in Betrieb gehen soll, mit Strom zu versorgen. Diese hat eine so hohe Leistung - acht Megawatt -, dass ein direkter Anschluss an das Hochspannungsnetz der Stadtwerke Bielefeld notwendig ist. Immerhin wird die Luftzerlegungsanlage, die rund um die Uhr laufen wird, im Jahr so viel Strom verbrauchen wie 21.500 Bielefelder Haushalte: rund 64 Millionen Kilowattstunden.

Die drei Module der Hochspannungs-Schaltanlage bilden das Herzstück des neuen Umspannwerks. Sie sind jeweils 3,5 Meter lang und 2,4 Meter hoch. Die elektrischen Bauteile im Innern sind von einem speziellen Gas umschlossen, das gut isoliert. „Nur mit dieser Technik ist es uns möglich, auf dem engen Raum, der uns für die neue Anlage zur Verfügung stand, sicher mit Hochspannung von 110.000 Volt zu arbeiten“, erklärt Projektleiter Michael Reinert von den Stadtwerken Bielefeld. „Wir mussten mit einer Fläche von 110 Quadratmetern auskommen. Zum Vergleich: Wenn wir ein Umspannwerk mit Freiluftschaltanlage bauen, benötigen wir etwa die Fläche eines halben Fußballfeldes.“

Ab Juli in Betrieb

Nachdem der Hersteller Siemens jetzt die Hochspannungs-Schaltanlage an der Friedrich-Hagemann-Straße angeliefert hat, laufen in den nächsten Wochen die Anschluss- und Prüfarbeiten. Im Juli soll das neue Umspannwerk in Betrieb gehen – rund neun Monate nach Baubeginn. Seit November errichteten die Stadtwerke zunächst das Gebäude für das Umspannwerk und installierten dann die für den Betrieb notwendige Steuerungstechnik. Auch verlegten sie im Frühjahr 370 Meter Hochspannungskabel, um die neue Anlage in das vorhandene 110.000-Volt-Netz einzubinden.