Glasfaserausbau in Sudbrack ist gestartet

11.07.2018 | 16:46

Weitere Bauabschnitte stehen fest 

Die Stadtwerke Bielefeld Gruppe investiert in den kommenden Jahren 280 Millionen Euro in die digitale Zukunft Bielefelds. Der Anfang ist nun gemacht, denn aktuell laufen die ersten Bauarbeiten für den Glasfaserausbau im Stadtteil Sudbrack. 

Bauarbeiten mit so wenig Einschränkungen wie möglich

Sechs Kolonnen sind zurzeit in Sudbrack unterwegs. Gestartet sind sie an der Albert-Florath-Straße, Gunststraße, Keplerstraße, Lange Straße, Josef-Köllner-Straße und am Torfstichweg. Die Leitungsgräben verlaufen parallel zur Straße und überwiegend im Gehwegbereich. Vollsperrungen von Straßen sind nicht vorgesehen. Allenfalls kann es zu Fahrspurverengungen oder halbseitigen Sperrungen kommen. Die Baukolonnen werden insgesamt fünf bis sechs Monate für die Verlegung der Leerrohre benötigen.

Parallel dazu erfolgt dann etwas zeitversetzt der Anschluss der Häuser, deren Besitzer sich für die neue Technik entschieden haben. Die Stadtwerke Bielefeld verlegen das Glasfaserkabel im Auftrag der BITel bis ins Haus. Die BITel informiert die Kunden gern über die Möglichkeiten zur Verkabelung im Haus, die angepasst an die individuellen Bedürfnisse im Nachgang durch Elektriker ausgeführt werden kann. Eigentümer, die sich für einen kostenlosen Hausanschluss entschieden haben, werden von Stadtwerke-Mitarbeitern persönlich informiert, wenn es soweit ist.

Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm Rieke betont: „Baustellen sind nie schön, aber die Anwohner werden jetzt merken, dass wir unser Versprechen einhalten. Vor jedem Haus werden wir nur zwei bis drei Tage arbeiten – plus einen Tag für den Hausanschluss.“

Im Gebiet zwischen Jöllenbecker Straße, Schuckertstraße, dem Bultkamp-Grünzug und Am Meierteich werden insgesamt rund 15 Kilometer Glasfaserkabel und Hausanschlüsse für bis zu 900 Häuser verlegt. Die Planer gehen davon aus, dass die Gesamterschließungszeit für das Gebiet in Sudbrack bei etwa acht bis neun Monaten liegen wird.

Zurzeit sind noch Mitarbeiter eines von der BITel beauftragten Dienstleisters im Sudbracker Ausbaugebiet unterwegs und informieren die Anwohner, die sich noch nicht entschieden haben. Bis Ende Juli können die Hausbesitzer einen kostenlosen Glasfaser-Hausanschluss bestellen. Ab 1. August fallen rund 1.300 Euro dafür an. Stadtwerke Geschäftsführer Martin Uekmann erklärt: „Es lohnt sich also für alle Anwohner, die sich noch nicht entschieden haben, darüber nachzudenken. Es ist eine wichtige Investition in die Zukunft, nicht nur für uns als Unternehmen, sondern auch als Privatperson, wenn es um den Wert des eignen Hauses geht. Glasfaser ist für uns mittlerweile Teil der Daseinsvorsorge, genauso wie ein Strom-, Wasser- und Gasanschluss.“ 

Größtes Infrastrukturprojekt der letzten Jahrzehnte

Was in Sudbrack nun beginnt, ist Teil einer Gesamtstrategie. Ziel der Stadtwerke Bielefeld Gruppe ist es, in zehn bis zwölf Jahren ein flächendeckendes Glasfaserangebot in der gesamten Stadt anzubieten. Dafür wurde eigens ein neuer Bereich im Unternehmen geschaffen, der sich ausschließlich mit diesem Projekt beschäftigt. Leiter ist Dr. Ingo Kröpke, der lange Jahre den Geschäftsbereich Erzeugung verantwortet hat: „Angesichts des großen Bielefelder Stadtgebiets ist der Glasfaserausbau ein anspruchsvolles Vorhaben. Es ist wohl das größte Infrastrukturprojekt, das die Stadtwerke Bielefeld in den letzten Jahrzehnten zu bewältigen hatten. Eine spannende Aufgabe. In den vergangenen zwei Monaten haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Anwohner einen Anschluss wünschen – fast 80 Prozent der Hausbesitzer in Sudbrack haben sich schon für einen Hausanschluss entschieden.“

Der nächste Ausbauabschnitt ist bereits beschlossene Sache. Ab September werden die Anwohner in Sudbrack westlich der Jöllenbecker Straße und südlich des Meierteichs angesprochen. Das dann auszubauende Gebiet schließt die Hügelstraße, die Weihestraße, die Lange Wiese, die Trierer Straße, Am Bruche, Am Sudholz, Am Rottland, Bünder Straße, Henriettenstraße, Johanneswerkstraße, Paul-Meyerkamp-Straße und die Klarhorststraße ein. Außerdem werden Teile der Jöllenbecker Straße, der Koblenzer Straße, der Schelpsheide, der Apfelstraße, der Sudbrackstraße und Am Feuerholz erschlossen. Mit den Bauarbeiten wird dann je nach Wetterbedingung im Winter begonnen. 

Glasfaser bietet unbeschränkte Bandbreiten

Der entscheidende Unterschied zwischen den Angeboten der BITel und denen anderer Anbieter ist, dass die meisten noch das sogenannten Vectoring anbieten. Das bedeutet, dass die "letzten Meilen" zwischen den Verteilzentren und den Haushalten noch mit Kupferkabeln ausgestattet sind. Damit sind bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich.

Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der BITel erklärt: „Wer sich für unser Angebot entscheidet, kann bald mit Bandbreiten bis zu 400 Megabit im Netz surfen. Im kommenden Jahr werden wir auch Gigabit-Produkte in unser Portfolio aufnehmen. Das wird ein Kupferkabel niemals schaffen. Deswegen ist der Hausanschluss mit Glasfaser so wichtig, da niemand sagen kann, welche Bandbreiten in Zukunft für uns alle notwendig sein werden. Mit Glasfaser ist bei den Übertragungsraten nach oben hin keine Grenze gesetzt.“ Stadtwerke Bielefeld Kunden haben außerdem Vorteile, weil sie die aktuell größte Bandbreite von 400 Megabit zu einem Sonderpreis erhalten.

Von der Stadt Bielefeld bekommt die Stadtwerke Gruppe Unterstützung für ihr Vorhaben. Die Breitbandbeauftragte Sonja Opitz ist vom Erfolg des Glasfaserausbaus überzeugt: „Viele Bielefelderinnen und Bielefelder, auch die Unternehmen, wünschen sich heute schon schnelleres Internet. Sie bekommen jetzt nach und nach von den Stadtwerken und der BITel modernste Technik ins Haus gebracht, und das während der Ausbauphase zu exzellenten Konditionen. Der Baubeginn in Sudbrack ist ein wichtiger Meilenstein für die Stadt.“