Ankauf von Reststrommengen für das Kernkraftwerk Grohnde

15.01.2019 | 08:00

geschrieben von  Yvonne Liebold

Die eigenen Strommengen des Kernkraftwerks Grohnde, die in der 13. Novelle des Atomgesetzes festgelegt wurden, reichen bis zum Anfang des 2. Quartals 2019. Damit das Kraftwerk weiter betrieben werden kann, kauft die Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde GmbH & Co. oHG Reststrommengen von Preussen Elektra. Die nach Atomgesetz vorgesehene Meldung an das zuständige Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) erfolgt am 15. Januar. Die Stadtwerke Bielefeld sind mit 16,6 Prozent am Kernkraftwerk Grohnde beteiligt.

Die angekauften Strommengen in Höhe von 4,7 Terawattstunden (TWh) gewährleisten voraussichtlich den Weiterbetrieb bis Oktober 2019. Die Stadtwerke Bielefeld erfüllen ihre mit dem Aufsichtsrat im Rahmen der Wirtschaftsplanung festgelegten Ansätze für den Zeitraum. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Anteil des Bielefelder Energieversorgers an den jetzt zugekauften Strommengen wird nach der Verstromung in Grohnde über Dritte direkt am Großhandelsmarkt verkauft. Bielefeld erhält damit keinen direkten Strombezug mehr aus dem Kernkraftwerk Grohnde.

Im Atomgesetz ist geregelt, wie lange in den einzelnen deutschen Kernkraftwerken Strom erzeugt werden darf. Für jede Anlage ist ein fester Abschalttermin festgelegt worden. Für das Kraftwerk Grohnde endet der Betrieb zum Ende des Jahres 2021. Verstromt werden können nur die Strommengen, die im rot-grünen Atomkonsens aus dem Jahr 2002 festgelegt worden sind. Diese können auf verschiedene Anlagen übertragen werden, um die individuelle Laufzeit auszunutzen und etwaige Schadensersatzansprüche gegen den Staat gemäß 16. Novelle des Atomgesetzes möglichst gering zu halten.