
Energie sparen macht Schule in Bielefeld
49 Energiesparschulen ausgezeichnet
„Unser Bielefelder Projekt Energiesparen macht Schule zeichnen wir heute (09. Juni) aus. Es ist inzwischen im besten Teeniealter, denn es wird dieses Jahr vierzehn Jahre alt“, sagte Anja Ritschel, Umweltdezernentin der Stadt Bielefeld, bei der diesjährigen Prämierung der Bielefelder Energiesparschulen. Zur Übergabe der Teilnahmeurkunden kamen von 49 Energiesparschulen mehr als 70 Teilnehmer in den Terrassensaal der Stadtwerke Bielefeld.
„Die Zeiten haben sich gewandelt. Dank der Klimadiskussion erlebt das Energiesparen heute seinen größten Boom. Das Bielefelder Energiespar-Projekt ist aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Das war nicht immer so und ich glaube, wir können stolz auf 14 Jahre Energie sparen macht Schule in Bielefeld zurückblicken“, begrüßt Stadtwerke-Personalleiter Volker Wilde die Energiesparteams.
Mit Stolz verkündete Umweltdezernentin Anja Ritschel die durchschnittliche Verbrauchsreduzierung aller Schulen 2009: „Es wurden gut drei Prozent Wärme, Strom und Wasser eingespart.“ An den 49 Grund-, Haupt-, Realschulen Gymnasien und Berufschulen in Bielefeld wurden zirka 700.000 Kilowattstunden (kWh) Wärme, gut 100.000 kWh Strom und zirka 1.000 Kubikmeter Wasser gespart. „Die Einsparungen entsprechen in etwa dem Verbrauch von drei Grundschulen. Alle Schulen haben eine Energie- und Wasserkosten-Einsparung von ca. 75.000 Euro erzielt. Das ist ein tolles Ergebnis“, sagte Ritschel.
Mit insgesamt 37.500 Euro konnten die Energiesparschulen prämiert werden. Die pauschale Erfolgsprämie für die Schulen richtet sich dabei wie in den Vorjahren nach der jeweiligen Energiekostenhöhe der Schule und beträgt 600, bzw. 1.000 oder 1.200 Euro. Je nach Schulform, können die Summen für weitere Schulprojekte zum Energie sparen eingesetzt werden.
Lange bevor die Klimadiskussion in aller Munde war – 1996 bereits - haben sich Bielefelder Schulen am Projekt „Energiesparen macht Schule in Bielefeld" beteiligt. Begleitet wird das Projekt vom Kooperationsteam Immobilienservicebetrieb (ISB), dem Amt für Schule und dem Umweltamt der Stadt sowie den Stadtwerken Bielefeld. Aus anfänglichen 28 teilnehmenden wurden im Laufe der Jahre 49 Schulen. Alle Schulen haben sich freiwillig verpflichtet, durch Änderung ihres Nutzerverhaltens Energie einzusparen und das mit gutem Erfolg. Das Kooperationsteam bietet teilnehmenden Schulen deshalb auch regelmäßig Energietreffs, Unterrichtsmedien und Veranstaltungen wie z. B. Theater, Klimaexpedition oder Umweltclown an.
Energieteams entlasten die Umwelt
Viele Generationen von Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Hausmeisterinnen und Hausmeister – sogenannte Energieteams an den Schulen - haben den intelligenten Einsatz von Energie und Wasser kennengelernt und das Verhalten in Bezug auf ihren Verbrauch unter die Lupe genommen. Durch viele Einzelaktionen wie zum Beispiel der Installation von Zeitschaltuhren und Thermo-Stopp-Geräten oder der Übernahme von Energiediensten durch Schüler in Klassen und Sporthallen haben die Energiebeauftragten in den Schulen nicht nur erhebliche Energie- und Wassermengen gespart, sondern auch zur Umweltentlastung beigetragen. Alle teilnehmenden Schulen erhalten jährlich eine Erfolgsprämie, die etwa der Hälfte der von ihnen erzielten Einsparungen entspricht.
Vorbildliche Aktionen für alle Schulen
Bei der Übergabe der Prämien hob Anja Ritschel die beteiligten Bielefelder Grundschulen hervor: „Viele Grundschulen beteiligen sich auch an der Kindermeilenkampagne, hierbei können noch weitere interessierte Schulen teilnehmen, dank der guten finanziellen Unterstützung der Stadtwerke und von moBiel.“ Sie appellierte an Grundschulen, die noch nicht beim Energiesparprojekt mitmachen, sich für das Projekt zu melden und sich aktiv zu beteiligen.
Ein weiteres guten Beispiel ist die Frölenbergschule, die im März einen Wettbewerb gestartet hat: „Wer wird umweltfreundlichste Klasse des Monats?“. Die Umwelt AG hat zur Information einen Flyer erstellt und mit dem Wettbewerb erreicht, dass sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit ihrem Klassenumfeld auseinandersetzen.
Aber auch die weiterführenden Schulen haben Energieteams gebildet und den Klimaschutz im Unterricht verankert. So konnte das Carl-Severing-Berufskolleg mit seinem Mobilitätskonzept im Bundes-Schulwettbewerb "Klima & Co." einen Preis erringen. Vom Preisgeld wurden vier Liegeräder mit Elektroantrieb angeschafft, die jetzt an Schülerinnen und Schüler ausgeliehen werden.
Mit dem Projekt Energiesparen macht Schule haben sich 49 Energiesparschulen aktiv für den Klimaschutz in Bielefeld eingesetzt „Ich bedanke mich bei allen dafür, denn Klimaschutz kann nur erfolgreich sein, wenn alle mithelfen“, sagte Ritschel. Ebenso dankte sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektteams von den Stadtwerken, dem ISB, dem Amt für Schule und dem Umweltamt, ohne dass das Projekt nicht so erfolgreich laufen würde.
